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Februar 2, 2010

hinaus in die welt
wo das abenteuer wartet
ein nickerchen unter palmwedeln
Ein kaffee am nordkap
dann schnell weiter
denn das leben
ist immer einen schritt vorraus
bis dann eines tages
nach all dem fernweh
nur das fußweh bleibt
und du noch immer nicht zu hause bist

Ich hasse es…

Januar 25, 2010

vor dem Wecker wach zu sein.

Interlude 2

Januar 21, 2010

Ich habe immer geglaubt, dass die Dinge, die um mich herum passierten, unabänderlich, chaotisch oder vorherbestimmt, ohne Möglichkeit der Intervention meinerseits stattfinden und meine Handlungen beeinflussen, steuern oder in bestimmte Richtungen zwingen. Lachhaft, nicht wahr? Wo doch der Drang Kontrolle auszuüben, Veränderungen zu bewirken und mein Leben aktiv zu gestalten -  gepaart mit dem endlosen Gefühl von Scheitern, von Machtlosigkeit im Angesicht dessen, was den Rahmen für mein Handeln zu diktieren schien – trotz dieser scheinbaren, oder pseudo- Erkenntnis der Handlungsunfähigkeit standhaft die Basis meiner Wahrnehmung bildete.

Wie offensichtlich scheint es nun, dass diese Einstellung, diese Überzeugung weiter von der Realität nicht entfernt hätte sein können. Auch wenn vielleicht mein Handeln die großen Systeme die sich die Menschen schufen nicht verbiegen, oder gar aus den Angeln heben kann, so bildet es doch einen wichtigen Anteil des Kollektives, oder eher, der Kooperation die dafür sorgt, dass besagte Systeme, Gesellschaften und Konventionen aufrechterhalten, oder, so es ausreichend Gleichgesinnte gibt, angepasst werden. Obgleich doch diese Erkenntnis wiederum wenig Wert besitzt, zumal mein Anteil gegenüber des Gesamten so klein anmutet, dass das natürlich aufkommene Ziel, durch Handlungen persönliche Vorteile zu erreichen weiterhin unerreichbar scheint.

Nichtsdestoweniger ist unsere Kooperation nicht statisch wegen mir, wegen dem Autofahrer dort, dem Mädchen mit dem Handy und unserer scheinbar zufälligen Interaktion.
Denn unser Zusammentreffen wird eine Kettenreaktion auslösen und selbst Menschen, die uns alle nicht kannten, kennen oder jemals kennenlernen werden tangieren.

Schade dass die Sanitäter zu spät kommen werden.

Dann war er fort.

Bis nach zwölf Uhr

Dezember 23, 2009

Immer gibt es für uns zwei Arten zu sterben, entweder schnell und unerwartet, oder vorrausgesehen und langwierig. Letztere ist mehr oder weniger der Grundzustand
unseres Lebens, da doch von Beginn an der Tod ein unabwendbares Ereignis ist und definitiv existiert. In diesem Sinne würde zu leben eigentlich bedeuten langsam zu sterben,
was in dieser Formulierung dem schnellen, unerwarteten Tod unstreitbar vorzuziehen ist. Denn obwohl ein schnelles, junges Ende so manchem vielleicht nur
mittelmäßig begabtem Musiker oder Künstler zu ewigem Ruhm verholfen hat, haben doch nur deren Nachkommen etwas davon. Und egoistisch wie wir sind wollen doch
zunächst einmal wir selber etwas von unserem Leben haben, basta.
Eigentlich allerdings, hat der Wille lang zu Leben mit Egoismus nicht viel zu tun. Einprogrammierter Überlebensinstink? Wahrscheinlich, aber wie so viele Grundlagen unserer Existenz,
unsere Instinkte, nicht auf befriedigende Art und Weise als Erklärung richtig genug um es offen anzuerkennen.
Schöner ist es zu sagen, dass wir unsere Enkelkinder erleben möchten, futuristische Technologien entwickeln oder einfach nur erfahren wollen oder schlicht und ergreifend…
Ja, lange existieren.
Wenn wir das schaffen, und zurückblickend weniger als die Hälfte unserer Taten bereuen, so war es schon ein gutes Leben, und wir können zufrieden sein.
Angebracht wäre es daher wahrscheinlich, dass uns nach einem vollständigem Leben eine astrale Überraschungsparty erwartet, damit wir unseren Erfolg so richtig feiern können.

Ich zumindest werde jetzt ein paar kommerzielle Weihnachtsgeschenke einpacken und dann bei einem Tee durchdenken, wie ich prozentual im Moment überhaupt stehe.
In neun Tagen werde ich bis nach zwölf Uhr warten, und dann frei nach dem ewig überraschten Wen (Terry Pratchett, der Zeitdieb) überrascht miterleben, wie ein Jahr sich selber neu erschafft.

Ich wünsche euch… Feiertage, Freizeit und keine Überraschungsparty wenn ihr sie nicht verdient habt.

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Dezember 21, 2009

aus der Verwirrung heraus
woher wir kommen
und wohin wir gehören
in dieser Welt greller Farben
entspringt wohl jene Trauer
die scheinbar unbegründet
nicht einordbar bleibt.
wegen dieser sitzen wir mit langem Gesicht
und längerem gar, ob desselben Unnützlichkeit,
warten auf die Vergänglichkeit
um wieder zu lächeln.

Ich hasse es…

Dezember 9, 2009

wenn ich mich gezwungen fühle, obwohl ich die Wahl haben sollte.

Wir Menschen wissen gar nichts. Wir approximieren mathematisch, physikalisch, quantenmechanisch, chemisch oder wie auch immer, wichtig ist: Wir approximieren.
Wir nähern uns an, wir versuchen eine Welt zu verstehen mit den unzulänglichen Mitteln Logik und Mathematik, stellen Modelle auf, definieren Ensemble und was am Ende rauskommt ist…
Dicht genug an der Wahrheit um uns unter den vorherrschenden Bedingungen von Nutzen zu sein.
Wahrlich, wir, die Herren dieser Welt wissen nicht einmal wie sie funktioniert. E gleich M mal c quadrat? Heute? Ja. Morgen? Vielleicht. Sicher? Nein. Eventuell finden wir schon nächste Woche irgendwo auf der Welt heraus, dass alles auch ganz anders sein kann.
Dass der Apfel also bei jedem Versuch in Richtung Erde fällt muss im Prinzip für jeden Einzelfall überprüft werden damit wir uns sicher sein können, ja, der Apfel fällt auch dieses Mal. Das ultimative Naturgesetz um alles zu beschreiben was passiert, muss noch gefunden werden.

Damit, dass wir unsere Umgebung nicht verstehen, können wir eigentlich ganz gut leben, denn wie gesagt, wir sind dicht genug dran um damit rechnen zu können.
Außerdem lechzen die meißten von uns gar nicht nach dem bisschen Wissen, dass uns über die Grundlagen bekannt ist und sind ausgezeichnet damit beschäftigt sich selber nicht zu verstehen.
Der Apfel ist die letzten Milliarden Mal gefallen, das ist doch echt mal langsam genug, könnte man denken.

Trotzdem wäre vielleicht ein bisschen menschliches back-to-the-roots nicht schlecht was die Neugierde betrifft.
Natürlich sind wir neugierig was der Nachbar da gerade macht, aber das ist eine andere Art von Neugier, die meißt von Neid oder Mißgunst getrieben wird. Woran es vielen mangelt ist grundlegendes Interesse an der Wirkungsweise unserer Umgebung.
Das ist es, was uns als Benutzer nicht eine Sekunde daran verschwenden lässt, wie eine Rolltreppe funktioniert, oder unsere Tastatur, Computer oder so etwas einfaches wie eine Glühbirne.
Natürlich müssen wir das alles nicht durchdringen oder wirklich ins Detail verstehen, wenn das nicht unser Job ist, doch ein wenig gesunde Neugierde kann doch keinem Schaden.
Immerhin ist diese Neugierde der Grund weshalb wir überhaupt Rolltreppen, Tastaturen und Glühbirnen haben! Hätten unsere Vorfahren sich nicht dafür interessiert wie etwas funktioniert, wären wir wohl nicht weit über den Knüppel als ultimatives Werkzeug hinausgekommen.

Ich für meinen Teil werde jetzt versuchen zu verstehen, warum dieser Blogeintrag elf Tage zu spät entstanden ist und hoffen, dass der nächste nicht so lange auf sich warten lässt. Dann gibt es gleich eine feine Tasse Tee dessen Oberflächenspannung ich nicht zu berechnen versuche, obwohl ich weiß, dass sie da ist und warum. Veilleicht denke ich danach noch ein wenig über die Dreifalitgkeit von Protonen nach und warum Up Up Down selbige am besten beschreibt. Oder doch lieber fern sehen?

Ich wünsche euch einen wissenswerten Tag.

Kaffeewolke Zehn

November 7, 2009

Es ist leicht zu sagen, dass die Masse der Erdbevölkerung ein bisschen zu kurz gekommen ist als gesunder Menschenverstand ausgeteilt wurde. Leicht auch zu sagen ist, dass die eben gleiche Masse der Erdbevölkerung damit ausgezeichnet zurecht kommt, was natürlich beneidenswert ist.
Wir, die wir dafür nicht genug auf den Kopf gefallen sind, plagen uns mit dem bisschen mehr Realität die wir wahrnehmen herum und führen wahrscheinlich in der Quintessenz weniger zufriedene Leben in einer weniger schönen Welt als jene, die das Weggucken nicht erst mit paralleler Entdeckung des schlechten Gewissens lernen müssen.
Das auch wir nicht das volle Ausmaß dessen, was uns umgibt erfassen können nehmen wir in stiller Übereinstimmung hin, und flüchten in unzulängliche Erklärungen im Ångström- oder Theologiebereich.
Niemand hat das Recht mehr von uns zu Verlangen, und niemand verlangt mehr von uns. Stattdessen wird von uns gegenseitiges Verständnis verlangt, nein, erwartet. Doch wie sollen wir, die wir nicht einmal unsere Umgebung, geschweige denn uns selbst verstehen, Verständnis für jemand anderen aufbringen?
Oder dafür, dass die Bahn heute 45 Minuten Verspätung hat? Dabei denken wir nur, dass durch die Gewinnmaximierung Kosteneinsparungen bei der Wartung zu steigenden Zahlen bei den Pannen und Totalausfällen der Zugfahrzeuge führten, was uns diese extra Bedenkzeit und fünfminütig wiederkehrende Bitte um Verständnis einbringt.
Aber verstehen wir, die wir nur insofern involviert sind, als dass wir nun 45 Minuten im Regen am Bahnhof  stehen, warum wir Verständnis dafür aufbringen sollen und können?
Doch wie so oft bleibt uns so oder so keine Wahl, und wir geben unser Verständnis hin, Hauptsache die Bahn kommt irgendwann und wir müssen nicht ewig hier sauer versauern. Wir warten. Wie verlangt. Zuviel verlangt?

Eigentlich kann doch nicht zuviel von uns verlangt werden, solange der Verlangende das gleiche auf sich nimmt.
Zumindest stimmt das auf der rechnerischen Ebene. Letztendlich hat aber ja jeder von uns seine Schwelle bis zu der er gehen kann, und seinen Katalysator mit dem die Reakion ganz anders aussieht. Außerdem haben wir alle ein Kryptonit, bei dem wir schwach werden, das hat leider nichts damit zu tun Superman zu sein, sondern kommt mit dem Paket „Mensch für Erwachsene, Selbstbausatz“ ohne Anleitung oder Kleber, und natürlich mit einem Teil zu wenig.
Dass diejenigen, ganz am Anfang der Kette der Verantwortlichen für unsere kleine Zugpanne, wahrscheinlich nur mit Limosine und Flugzeug erster Klasse unterwegs sind, zum Beispiel, gäbe einen guten Katalysator ab, während der gute Kaffee vom SB-Bäcker am Bahnhof uns auf der Kaffeewohlfühlwolke festnagelt und schwach genug macht unser Verständis zu verscherbeln.

Ich jedenfalls freue mich jetzt über die Erfindung der Kaffeemaschine die in jeden Haushalt passt, und darüber dass ich schwach genug bin, um nicht mit 40 an in einem Magengeschwür gespeichertem Ärger zugrunde gehen muss.
Obwohl vielleicht ein wenig weniger Kaffee auch helfen würde… Aber… Ach nee…

Ich seh euch dann, auf der Kaffeewolke Zehn, hinter Wolke Sieben gleich links.

Vielen von uns fällt es sehr leicht alles auf sich selbst zu beziehen. So werden dann harmlose Äußerungen und Taten anderer zu existensbedrohenden Angriffen auf eine Privatsphäre die aus Sicht des „Angreifers“ gar nicht den Ort belegte, den die Worte hatten treffen sollen.
Zahlreiche Konflikte beruhen so auf – meißtens – bedauernswerten Missverständissen, welche zu klären häufig ein Ding der Unmöglichkeit bleibt.
Die offensichtliche Lösung? Um ein englisches Sprichwort umzudeutschen – sollte man alles was man hört mit einer Prise Salz genießen. Klingt einfach und logisch, aber wo bleibt unser hochwohlgebohrener Ernst wenn wir jeden Informationsaustausch im richtigen Leben wie ein Stück Pumuckl-Torte grinsbereit annehmen?
Der Ernst… Ein Mann, ein Wort, ein Problem, denn wo nun tatsächlich Ernst aufhört und Peter (Lustig) beginnt ist wahrscheinlich ein Thema mit dem Menschen ebensoviel Eifer widmen können, wie dem Fadenspiel (welches es im Übrigen bis an die Universitäten geschafft hat).
Doch, um beim Thema zu bleiben, der Ernst bleibt im Schriftverkehr, in der gehobenen Sprachebene (nicht auf der Liste der Top 50 Babynamen in Deutschland) und genau dort gehört er wohl auch hin, gerngesehener Gast in Büros und Gerichtssäälen und eben vor allem auf Papier anzutreffen.
Tja, bliebe also der Ernst tatsächlich im Schriftverkehr, und nicht im täglichen Wischiwaschi, dass wir frei heraus smalltalk oder ungezwungene Konversation nennen könnten (und das betrifft sowohl den Sprecher als auch den Besprochenen (ausgenommen AB´s) ) so gäbe es weniger Reiberei und vielleicht mehr Denkanstöße zur persönlichen Verwurstung (mit Salz natürlich).
Und das wäre doch etwas, dass alle gebrauchen könnten, die wie wir, verbohrte, jedoch (theoretisch) zur Weiterentwicklung, Selbstkritik und Reflektion fähige Menschen sind.
Natürlich gibt es aber ja doch das Ego und wie wir damit umgehen. Nicht nur übertriebene Selbstdarstellung ist eine Art ein Ego auszuleben, auch ständiges Beziehen von Kritik auf sich selber ist ein todsicheres Zeichen, dass wir Ego haben. Dass sich dieses im zweiten Fall selber nicht besonders leiden kann ist selbstverständlich eine andere Sache.

Außerdem hindert uns unser Ego daran uns weiterzuentwickeln, das es sich doch gerade erst an den Gedanken, dass wir so sind wie wir grade so sind gewöhnt hat – Änderung ist hier meißt nicht erwünscht, egal wie gerne sich das Ego hat.
Damit wird Weiterentwicklung zu harter Arbeit wie so ziemlich alles, angefangen mit dem ersten Atemzug.

Ich werde jetzt einfach übersehen, dass die Uni nach mir ruft, vielleicht duschen und mir meine [Coolness +10] Unterwäsche anziehen, was essen und ein bisschen auf dem Sofa stagnieren. Damit bleibt die Neun nur als Quersumme in diesem Eintrag zurück, wie in jeder durch Neun teilbaren Zahl…. (Schmutziges Lachen Nr. 3)

Ich wünsch euch einen… Tag.

Interlude 1

September 22, 2009

Eine weiter Klage über den Zustand ihres Lebens verklang scheinbar ungehört, als ihr Spiegelbild schließlich antwortete:

„Weißt Du, so sehr Du klagst und zeterst, so sehr wünsche ich mir Unsterblichkeit. Ja, Familie, Geliebte, Freunde, sie würden wittern und vergehen, und das wäre traurig und schade, doch bietet die Welt so vieles, dem Du nie auf den Grund gehen wirst, weil Du im Menschlichen verstrickt bist.

Wäre es nicht viel schöner einen Schritt zurück zu machen? Wäre nicht die Totale ein ehrlicheres Bild als das subjektiv fokussierte? Du begehst einen Fehler, indem Du glaubst auf Dinge bestehen zu können die niemandem zustehen. Was nur gegeben werden kann, kann nicht genommen werden und sollte nicht gefordert sein.

Auf Dauer nimmt jedoch ein Frage-Ja Spiel allem seinen Reiz, wogegen Frage-Nein Sonnen zu verdunkeln und Augen zu öffnen vermag.
Schlussendlich verwendest Du doch den fossilen Brennstoff Lebenszeit auf so viel verbrannte Erwartungen, dass unterschwellige Enttäuschung Dir zur zweiten Natur geworden ist.

Aber Leute sind eben Leute, und da gehörst auch Du dazu. Schade nur, dass Du Deinen Nachbarn nicht kennst und nicht mehr weißt warum Du hier bist, wie es kleine Kinder tun.
So wird aus der Zeit, die Dir gegeben ist eine holprige Fahrt von Stolperstein zu Stolperstein, ohne dass Du die unglaubliche Aussicht bewundern kannst.
Statt Deinen Nächsten zu umarmen und ihm zu danken, dass er da ist, fühlst Du er will Dir Schlimmes, wenn er Dir in der Kurve auf die Pelle rückt.

Ich bin wahrlich froh, auf dieser Seite der Tränen zu stehen, die Du an Dinge verweinst, die nicht zwingend zu beweinen wären, oder von der weiten Verbreitung Deiner Lebenswut unter Deinen Artgenossen herrühren.“

Schluckend hörte sie all dies an, machte ihre Haare, verließ das Badezimmer.
Spiegel sprechen nicht.

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