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Dezember 21, 2009

aus der Verwirrung heraus
woher wir kommen
und wohin wir gehören
in dieser Welt greller Farben
entspringt wohl jene Trauer
die scheinbar unbegründet
nicht einordbar bleibt.
wegen dieser sitzen wir mit langem Gesicht
und längerem gar, ob desselben Unnützlichkeit,
warten auf die Vergänglichkeit
um wieder zu lächeln.

Ich hasse es…

Dezember 9, 2009

wenn ich mich gezwungen fühle, obwohl ich die Wahl haben sollte.

Wir Menschen wissen gar nichts. Wir approximieren mathematisch, physikalisch, quantenmechanisch, chemisch oder wie auch immer, wichtig ist: Wir approximieren.
Wir nähern uns an, wir versuchen eine Welt zu verstehen mit den unzulänglichen Mitteln Logik und Mathematik, stellen Modelle auf, definieren Ensemble und was am Ende rauskommt ist…
Dicht genug an der Wahrheit um uns unter den vorherrschenden Bedingungen von Nutzen zu sein.
Wahrlich, wir, die Herren dieser Welt wissen nicht einmal wie sie funktioniert. E gleich M mal c quadrat? Heute? Ja. Morgen? Vielleicht. Sicher? Nein. Eventuell finden wir schon nächste Woche irgendwo auf der Welt heraus, dass alles auch ganz anders sein kann.
Dass der Apfel also bei jedem Versuch in Richtung Erde fällt muss im Prinzip für jeden Einzelfall überprüft werden damit wir uns sicher sein können, ja, der Apfel fällt auch dieses Mal. Das ultimative Naturgesetz um alles zu beschreiben was passiert, muss noch gefunden werden.

Damit, dass wir unsere Umgebung nicht verstehen, können wir eigentlich ganz gut leben, denn wie gesagt, wir sind dicht genug dran um damit rechnen zu können.
Außerdem lechzen die meißten von uns gar nicht nach dem bisschen Wissen, dass uns über die Grundlagen bekannt ist und sind ausgezeichnet damit beschäftigt sich selber nicht zu verstehen.
Der Apfel ist die letzten Milliarden Mal gefallen, das ist doch echt mal langsam genug, könnte man denken.

Trotzdem wäre vielleicht ein bisschen menschliches back-to-the-roots nicht schlecht was die Neugierde betrifft.
Natürlich sind wir neugierig was der Nachbar da gerade macht, aber das ist eine andere Art von Neugier, die meißt von Neid oder Mißgunst getrieben wird. Woran es vielen mangelt ist grundlegendes Interesse an der Wirkungsweise unserer Umgebung.
Das ist es, was uns als Benutzer nicht eine Sekunde daran verschwenden lässt, wie eine Rolltreppe funktioniert, oder unsere Tastatur, Computer oder so etwas einfaches wie eine Glühbirne.
Natürlich müssen wir das alles nicht durchdringen oder wirklich ins Detail verstehen, wenn das nicht unser Job ist, doch ein wenig gesunde Neugierde kann doch keinem Schaden.
Immerhin ist diese Neugierde der Grund weshalb wir überhaupt Rolltreppen, Tastaturen und Glühbirnen haben! Hätten unsere Vorfahren sich nicht dafür interessiert wie etwas funktioniert, wären wir wohl nicht weit über den Knüppel als ultimatives Werkzeug hinausgekommen.

Ich für meinen Teil werde jetzt versuchen zu verstehen, warum dieser Blogeintrag elf Tage zu spät entstanden ist und hoffen, dass der nächste nicht so lange auf sich warten lässt. Dann gibt es gleich eine feine Tasse Tee dessen Oberflächenspannung ich nicht zu berechnen versuche, obwohl ich weiß, dass sie da ist und warum. Veilleicht denke ich danach noch ein wenig über die Dreifalitgkeit von Protonen nach und warum Up Up Down selbige am besten beschreibt. Oder doch lieber fern sehen?

Ich wünsche euch einen wissenswerten Tag.

Kaffeewolke Zehn

November 7, 2009

Es ist leicht zu sagen, dass die Masse der Erdbevölkerung ein bisschen zu kurz gekommen ist als gesunder Menschenverstand ausgeteilt wurde. Leicht auch zu sagen ist, dass die eben gleiche Masse der Erdbevölkerung damit ausgezeichnet zurecht kommt, was natürlich beneidenswert ist.
Wir, die wir dafür nicht genug auf den Kopf gefallen sind, plagen uns mit dem bisschen mehr Realität die wir wahrnehmen herum und führen wahrscheinlich in der Quintessenz weniger zufriedene Leben in einer weniger schönen Welt als jene, die das Weggucken nicht erst mit paralleler Entdeckung des schlechten Gewissens lernen müssen.
Das auch wir nicht das volle Ausmaß dessen, was uns umgibt erfassen können nehmen wir in stiller Übereinstimmung hin, und flüchten in unzulängliche Erklärungen im Ångström- oder Theologiebereich.
Niemand hat das Recht mehr von uns zu Verlangen, und niemand verlangt mehr von uns. Stattdessen wird von uns gegenseitiges Verständnis verlangt, nein, erwartet. Doch wie sollen wir, die wir nicht einmal unsere Umgebung, geschweige denn uns selbst verstehen, Verständnis für jemand anderen aufbringen?
Oder dafür, dass die Bahn heute 45 Minuten Verspätung hat? Dabei denken wir nur, dass durch die Gewinnmaximierung Kosteneinsparungen bei der Wartung zu steigenden Zahlen bei den Pannen und Totalausfällen der Zugfahrzeuge führten, was uns diese extra Bedenkzeit und fünfminütig wiederkehrende Bitte um Verständnis einbringt.
Aber verstehen wir, die wir nur insofern involviert sind, als dass wir nun 45 Minuten im Regen am Bahnhof  stehen, warum wir Verständnis dafür aufbringen sollen und können?
Doch wie so oft bleibt uns so oder so keine Wahl, und wir geben unser Verständnis hin, Hauptsache die Bahn kommt irgendwann und wir müssen nicht ewig hier sauer versauern. Wir warten. Wie verlangt. Zuviel verlangt?

Eigentlich kann doch nicht zuviel von uns verlangt werden, solange der Verlangende das gleiche auf sich nimmt.
Zumindest stimmt das auf der rechnerischen Ebene. Letztendlich hat aber ja jeder von uns seine Schwelle bis zu der er gehen kann, und seinen Katalysator mit dem die Reakion ganz anders aussieht. Außerdem haben wir alle ein Kryptonit, bei dem wir schwach werden, das hat leider nichts damit zu tun Superman zu sein, sondern kommt mit dem Paket „Mensch für Erwachsene, Selbstbausatz“ ohne Anleitung oder Kleber, und natürlich mit einem Teil zu wenig.
Dass diejenigen, ganz am Anfang der Kette der Verantwortlichen für unsere kleine Zugpanne, wahrscheinlich nur mit Limosine und Flugzeug erster Klasse unterwegs sind, zum Beispiel, gäbe einen guten Katalysator ab, während der gute Kaffee vom SB-Bäcker am Bahnhof uns auf der Kaffeewohlfühlwolke festnagelt und schwach genug macht unser Verständis zu verscherbeln.

Ich jedenfalls freue mich jetzt über die Erfindung der Kaffeemaschine die in jeden Haushalt passt, und darüber dass ich schwach genug bin, um nicht mit 40 an in einem Magengeschwür gespeichertem Ärger zugrunde gehen muss.
Obwohl vielleicht ein wenig weniger Kaffee auch helfen würde… Aber… Ach nee…

Ich seh euch dann, auf der Kaffeewolke Zehn, hinter Wolke Sieben gleich links.

Vielen von uns fällt es sehr leicht alles auf sich selbst zu beziehen. So werden dann harmlose Äußerungen und Taten anderer zu existensbedrohenden Angriffen auf eine Privatsphäre die aus Sicht des „Angreifers“ gar nicht den Ort belegte, den die Worte hatten treffen sollen.
Zahlreiche Konflikte beruhen so auf – meißtens – bedauernswerten Missverständissen, welche zu klären häufig ein Ding der Unmöglichkeit bleibt.
Die offensichtliche Lösung? Um ein englisches Sprichwort umzudeutschen – sollte man alles was man hört mit einer Prise Salz genießen. Klingt einfach und logisch, aber wo bleibt unser hochwohlgebohrener Ernst wenn wir jeden Informationsaustausch im richtigen Leben wie ein Stück Pumuckl-Torte grinsbereit annehmen?
Der Ernst… Ein Mann, ein Wort, ein Problem, denn wo nun tatsächlich Ernst aufhört und Peter (Lustig) beginnt ist wahrscheinlich ein Thema mit dem Menschen ebensoviel Eifer widmen können, wie dem Fadenspiel (welches es im Übrigen bis an die Universitäten geschafft hat).
Doch, um beim Thema zu bleiben, der Ernst bleibt im Schriftverkehr, in der gehobenen Sprachebene (nicht auf der Liste der Top 50 Babynamen in Deutschland) und genau dort gehört er wohl auch hin, gerngesehener Gast in Büros und Gerichtssäälen und eben vor allem auf Papier anzutreffen.
Tja, bliebe also der Ernst tatsächlich im Schriftverkehr, und nicht im täglichen Wischiwaschi, dass wir frei heraus smalltalk oder ungezwungene Konversation nennen könnten (und das betrifft sowohl den Sprecher als auch den Besprochenen (ausgenommen AB´s) ) so gäbe es weniger Reiberei und vielleicht mehr Denkanstöße zur persönlichen Verwurstung (mit Salz natürlich).
Und das wäre doch etwas, dass alle gebrauchen könnten, die wie wir, verbohrte, jedoch (theoretisch) zur Weiterentwicklung, Selbstkritik und Reflektion fähige Menschen sind.
Natürlich gibt es aber ja doch das Ego und wie wir damit umgehen. Nicht nur übertriebene Selbstdarstellung ist eine Art ein Ego auszuleben, auch ständiges Beziehen von Kritik auf sich selber ist ein todsicheres Zeichen, dass wir Ego haben. Dass sich dieses im zweiten Fall selber nicht besonders leiden kann ist selbstverständlich eine andere Sache.

Außerdem hindert uns unser Ego daran uns weiterzuentwickeln, das es sich doch gerade erst an den Gedanken, dass wir so sind wie wir grade so sind gewöhnt hat – Änderung ist hier meißt nicht erwünscht, egal wie gerne sich das Ego hat.
Damit wird Weiterentwicklung zu harter Arbeit wie so ziemlich alles, angefangen mit dem ersten Atemzug.

Ich werde jetzt einfach übersehen, dass die Uni nach mir ruft, vielleicht duschen und mir meine [Coolness +10] Unterwäsche anziehen, was essen und ein bisschen auf dem Sofa stagnieren. Damit bleibt die Neun nur als Quersumme in diesem Eintrag zurück, wie in jeder durch Neun teilbaren Zahl…. (Schmutziges Lachen Nr. 3)

Ich wünsch euch einen… Tag.

Interlude 1

September 22, 2009

Eine weiter Klage über den Zustand ihres Lebens verklang scheinbar ungehört, als ihr Spiegelbild schließlich antwortete:

„Weißt Du, so sehr Du klagst und zeterst, so sehr wünsche ich mir Unsterblichkeit. Ja, Familie, Geliebte, Freunde, sie würden wittern und vergehen, und das wäre traurig und schade, doch bietet die Welt so vieles, dem Du nie auf den Grund gehen wirst, weil Du im Menschlichen verstrickt bist.

Wäre es nicht viel schöner einen Schritt zurück zu machen? Wäre nicht die Totale ein ehrlicheres Bild als das subjektiv fokussierte? Du begehst einen Fehler, indem Du glaubst auf Dinge bestehen zu können die niemandem zustehen. Was nur gegeben werden kann, kann nicht genommen werden und sollte nicht gefordert sein.

Auf Dauer nimmt jedoch ein Frage-Ja Spiel allem seinen Reiz, wogegen Frage-Nein Sonnen zu verdunkeln und Augen zu öffnen vermag.
Schlussendlich verwendest Du doch den fossilen Brennstoff Lebenszeit auf so viel verbrannte Erwartungen, dass unterschwellige Enttäuschung Dir zur zweiten Natur geworden ist.

Aber Leute sind eben Leute, und da gehörst auch Du dazu. Schade nur, dass Du Deinen Nachbarn nicht kennst und nicht mehr weißt warum Du hier bist, wie es kleine Kinder tun.
So wird aus der Zeit, die Dir gegeben ist eine holprige Fahrt von Stolperstein zu Stolperstein, ohne dass Du die unglaubliche Aussicht bewundern kannst.
Statt Deinen Nächsten zu umarmen und ihm zu danken, dass er da ist, fühlst Du er will Dir Schlimmes, wenn er Dir in der Kurve auf die Pelle rückt.

Ich bin wahrlich froh, auf dieser Seite der Tränen zu stehen, die Du an Dinge verweinst, die nicht zwingend zu beweinen wären, oder von der weiten Verbreitung Deiner Lebenswut unter Deinen Artgenossen herrühren.“

Schluckend hörte sie all dies an, machte ihre Haare, verließ das Badezimmer.
Spiegel sprechen nicht.

Achterbahnfahrt

August 23, 2009

Immer wieder ärgerlich ist es, wenn uns unsere Erwartungen, Wünsche und allgemein unsere Einstellung ein Bein stellt.
Es fällt uns viel zu leicht Dinge die wir getan haben zu bereuen, als sei es nicht genug dass wir wissen, dass wir Mist gebaut haben, nein, wir müssen uns noch zusätzlich schlecht fühlen weil… Warum auch immer. Und so sitzt man herum bemitleidet sich weil man Taten zu bereuen hat, ärgert sich, dass man sich bemitleidet, bereut, dass man sich ärgert und so weiter und so fort.
Da fragt man sich doch wirklich wie die Superschurken unseres Jahrhunderts damit klarkommen oder klargekommen sind. Wahrscheinlich ist ihnen eine gewisse Gedankenlosigkeit, oder vielleicht Gewissenlosigkeit gemeinsam, die sie davon abhält zu sehen wie schlecht ihre Lebensart sich auf ihr Karmakonto auswirkt.

Obwohl der Einfluss dieses Karmakontos, auf dem wir Normalsterblichen jeden abhanden gekommenen Cent betrauern, durchaus fragwürdig scheint, zumal es sicher mehr zufriedene Schurken als anständig bestrafte Schurken auf der Welt gibt.
Eigentlich wäre es doch nicht zuviel verlangt ein anständiges Belohnungs und Bestrafungssystem für Karma oder wie auch immer man das nennen will zu erwarten. Aber was bekommen wir fürs nett sein? Wenns hoch kommt ein bisschen Dankbarkeit, von der es im allgemeinen allerdings ebensoviel gibt wie Freibierparties ohne Limit – zu wenig.
Aber so glauben wir Menschen an allerhand übernatürlichen Schnickschnack und Klaubautertum, doch etwas so sinnvolles wie eine direkte Auswirkung schlechter Taten auf unser Glück bleibt aus. Soviel zu den ganzen Göttern die angeblich so rachsüchtig sind und uns Menschen, tanzen wir aus der Reihe, bestrafen.
Auf diese Weise fragt man sich doch ernsthaft wozu man überhaupt versucht ein guter Mensch zu sein, wenn die Chance von Blitz getroffen zu werden doch genauso groß bleibt, von wegen höhere Gewalt, von wegen da stecke ein Plan hinter allem.
Fakt ist doch nunmal, dass Pech egal in welcher Intensität uns alle Heimsuchen kann, unabhängig davon ob wir welche von den Guten, oder von den Bösen sind. Da fängt man doch wirklich an am guten alten Schicksal zu zweifeln.

Oft kommt ja mit extraordinärer Bosheit auch noch eine ganze Menge Macht, und zu sagen „Macht korrumpiert“ ist wahrscheinlich weiter von der Wahrheit entfernt als der Ausspruch „Korruptheit ermächtigt“. Zudem sind die „Bösen“ wie bereits vermutet nicht einmal fähig so wie wir Normalsterblichen Stundenlang über unserer eigenen Miesheit zu brüten, und zu bereuen…
Achja, die gute alte Reue, blöd, dass sie uns meißt so spät erst erwischt, dass sich an der Situation, deren Ursprung unser Handeln war, nichts mehr verbessern lässt. Also sitzen wir herum und leiden, eine wahrlich erfüllende Beschäftigung.
Das wahrscheinlich Ärgerlichste an diesem Ärger ist, dass wir so vieles bereuen können. Selbst kleinste Handlungen oder das Unterlassen bestimmter Aktionen lässt uns emotional stolpern und sorgt unter Umständen dafür, dass wir tagelang aus so einem Loch nicht mehr herauskommen.
Dabei ist das Leben ansich doch so einfach…
Irgendwie sind die Superbösewichte um die Fähigkeit der Gewissensunterdrückung oder -abwesenheit also zu beneiden, ginge doch viel weniger kostbare Zeit dabei drauf, dass wir das Bereuen bereuen, weil es uns handlungsunfähig macht.

Ich für meinen Teil bereue nichts – eingekauft zu haben, und werde mir jetzt ein trockenes Toast schmieren. Die Achterbahnfahrt der doppelten Reue kann ich mir zum Glück aufgrund der Trivialität dieses Misstandes sparen, weshalb mir dieser Sonnensonntag durchaus noch Freude bringen wird.

Ich wünsche euch einen gewissenlosen Tag, aber seid nicht zu böse, morgen gibt es ja auch noch.

Fünf vor Zwölf

August 2, 2009

Wie unter Lügen, so kann man auch unter Wahrheit leiden, speziell wenn man dann einsieht, dass die Wahrheit ist:  Ich bin faul, dumm und hässlich.
Dass diese Wahrheit absolut davon abhängt, von welchem Standpunkt aus man sie betrachtet, und was man als Vergleich daneben stellt, hält niemanden davon ab sich damit schlecht zu fühlen, oder sich dessen bewusst zu sein, dass die Norm dieses Leiden verlangt.

Und so unterstützen wir unsere gestörte Wahrnehmung durch semibewusstes Selbstbelügen mit der generellen Annahme, dass mit uns doch eigentlich alles in Ordnung ist. Aber wie zufrieden wären wir auch mit uns, wenn wir uns mit den Computer- und Chiruggestützen Idealen der heutigen Zeit mal eins zu eins vergleichen? Wie zufrieden mit sich wären eben diese Idole, wenn sie sich im Spiegel noch selber sehen würden, und nicht nur das Bild auf dem Titelblatt der neusten Modezeitschrift?
Wahrscheinlich ist diese Diskrepanz zwischen Wahrheit, und dem dass uns als Wahrheit verkauft wird vor allem diesen betrogenen Individuen bewusst, wissen sie doch aus eigener Erfahrung, dass sie eben nicht Fehlerfrei sind.

Doch wie sagt man? Während die Wahrheit sich noch die Schuhe anzieht, stiefelt eine Lüge um die Welt. Kurze Beine hin oder her geht das auch meißtens recht schnell und zuverlässig.
In gewisser Weise sind wir alle Mitschuld an diesem Zustand, bilden doch all jene kleinen Lügen die unseren Alltag spicken, ob nun uns selbst gegenüber oder anderen, eine derart hohe Lügendichte in der Gesellschaft, dass die kleinen, großen Ausschläge auf dem Lügendetektor beinahe im Hintergrundrauschen untergehen.

Eigentlich ist es wohl auch ganz egal aus welchem Grund wir lügen, es sei denn wir zweifeln daran, dass es ein guter war. In diesem Fall kommt dann wahrscheinlich nach einer Zeit des stillen Leidens die große Offenbahrung und wir büßen einen Teil unserer Glaubhaftigkeit ein. Dass wir Menschen schnell vergessen und meißt mit einem eingeschaltetem Rosa-Brillen-Modus durchs Getreide stapfen hilft natürlich beim Wiederaufbau des so Verlorenen, doch auch dabei gleiche Fehler wieder zu begehen.
Natürlich können wir nichts dafür, sind wir doch unschuldig bis vor Gericht das Gegenteil bewiesen werden kann. Und selbst dann ist das ganze eine Ungefähre Sache, wie eben alles, dass mit all den unanfassbaren Dingen und Zuständen die wir Menschen uns erfunden haben zusammenhängt.
Wer kann schon mit Sicherheit wissen was uns eigentlich in unserem Handeln wirklich leitet, und warum wir so gut darin sind zu bereuen, was wir kurz zuvor noch mit aller Überzeugtheit durchführten.

Wahrlich, wir Menschen sind bestimmt nicht die Spitze der Evolution, sind wir doch so ineffizient in den meißten Dingen die die Evolution eigentlich von Spitzenreitern verlangen sollte. Gut, unser Überlebensinstinkt ist ausgeprägt, aber so selbstzerstörerisch wie wir ihm manchmal nachgehen kann er doch wirklich nicht sinnvoll genannt werden. Es wäre vermutlich nur fair, wenn wir uns eines Tages selber ausrotten um der Evolution einen zweiten Anlauf zu gewähren, diesmal bitte ohne Selbstbewusstsein, ist es doch der Anfang allen Übels.
Doch zumindest kommt mit dem Selbstbewusstsein auch die Möglichkeit zur Selbstkritik und letztendlich zur Selbstverbesserung, die es uns ermöglicht, falls der Rosa-Brillen-Modus mal ausfällt, uns im Spiegel trotzdem anlächeln zu können und zu denken „Man, bin ich cool.“ Und das ist gesund.

Ich werde mir jetzt ein paar Pfannkuchen braten und mit Hilfe meiner Rosa Brille vergessen, dass die Sanduhr der Menschen schon längst auf fünf vor Zwölf steht und wir selbst Schuld an jedem taumelndem Sandkorn sind, dass von gleich nach vorhin rieselt, ohne dass wir die Zeit genossen haben. Denn gehen wir unter wegen der Fehler die Leute begehen die wir nur im Fernsehen und in Zeitungen sehen, dann doch wenigstens zufrieden mit uns selbst.

Ich wünsche euch einen Tag Zeit.

Schon sehr früh lernen wir, dass man auf das, was „die Leute“ sagen nicht viel zu geben braucht. „Mach dein eigenes Ding“, „Geh deinen Weg“, heißt es, und wir glauben es.Primär glauben wir es, weil wir zu diesem Zeitpunkt noch jung, unfertig und ein bisschen naiv sind, sekundär, weil dies eine weitere idealistische Grundeinstellung ist, mit der sich zu schmücken unsere Gesellschaft (also „die Leute) befürwortet. Eigentlich wäre es daher wohl viel origineller einfach zu zugeben, dass es uns nicht egal ist, was von uns gesagt wird und wir durchaus eine Meinung zur Meinung anderer haben, und wo die sich die ihre hinstecken können.
Letztendlich sind wir doch alle nicht völlig unberührt wenn unser ach so unwichtiger Ruf beschädigt wird. Aber… Man gibt ja nichts auf das, was die Leute so sagen… Ob es dann doch ganz schön ist, wenn sie was gutes zu erzählen haben, das ist natürlich eine andere Sache. Wir sind doch alle menschlich…
Und aus diesem Grund praktischerweise von Geburt an fehlerbehaftet in unserem Denken und Handeln und wohl vor allem im Umgang mit Fehlern. Natürlich ist es manchmal chic einen Fehler zuzugeben, aber mal ehrlich, wenn es im Bereich des Möglichen liegt dafür zu sorgen, dass niemand davon erfährt, dann nehmen wir diese Chance doch wahr. Meißtens ist dafür nicht einmal langes Nachdenken erforderlich, das geschieht ganz automatisch. Selbstschutz vielleicht, dass unser Ego falls es das tut wenigstens mit fliegenden Fahnen untergeht.
Ob wir natürlich versuchen offensichtliche Fehler anderen in die Schuhe zu schieben ist dann bloß eine Frage des Charakters, also nichts an dem wir aktiv Schuld hätten, spielen doch unsere Erfahrungen und Begegnungen im Kindesalter hier die größte Rolle.

Auf welche Art und Weise eine Kindheit allerdings nicht schwer sein kann bleibt dabei fragwürdig. Zumindest fällt einem nicht übermäßig viel ein, dass unangenehmer wäre als vollkommen machtlos und auf die Gutherzigkeit anderer angewiesen zu sein. Wahrscheinlich ist das auch der Grund dafür, dass wir, sobald wir in der Lage sind über unsere Situation im Leben zu reflektieren, danach streben uns abzunabeln von all dem, dass uns überhaupt so weit gebracht hat. Von der Schwere dieses Prozesses zeugen zahllose angekratzte Elternnerven und beidseitig ausgesprochene Verwünschungen. Warum wir Menschen dabei eine so schwerwiegende Sache aus der ganzen Geschichte machen bleibt ein Rätsel. Wäre es doch so viel einfacher, einfach zu gehen wenn es soweit ist und wir aufhören Kinder zu sein und anfangen erwachsen zu werden, um die so automatisch gewonnene Freiheit voll ausschöpfen zu können, bevor wir selber uns um die Kindheit neuer Menschen kümmern müssen. Das würde den Hausfrieden wahren, Nerven schonen und ganz nebenbei die Quelle so mancher Sorge beseitigen.

Ich denke ich war damals mit sechs schon alt genug nicht nur Sorgen zu produzieren, sondern mir auch welche zu machen. Und irgendwie gehört es doch auch zum Leben sich um andere zu sorgen, oder nicht? Eine Familie ist zu diesem Zweck recht praktisch, denn die braucht man, bevor es ans Sorgenmachen geht, nicht erst kennenlernen. Das spart dann jede Menge Zeit und führt zu jener Hintergrundsorge die wir alle zum Leben brauchen. Übringens mache ich keine Tippfehler, das liegt alles an der Tastaur.

Ich wünsche euch einen fhelerfreien Tag.

Fünf Fragen

Juli 11, 2009

Wir Menschen sind schon witzig. Während einerorts die Leute verfetten, weil das Energieinput das Output übersteigt, hungern sich andere für eine Hand voll Dollar oder zwecks Kontrollbeweis auf unansehnliche Modelmaße.
Wieder andere schlucken Bullenhormone, ernähren sich bloß noch von Proteinshakes und stemmen tagein tagaus Gewichte, um ein Ideal zu erreichen das nur die Werbeindustrie vertritt, oder schlicht um in der nächsten Unterhaltung beiläufig zu fragen: „Und, was stemmst du so?“. Die stemmen genausowenig Gewichte, wie die Models Nahrung zu sich nehmen. Beiden gehen im Kopf nur Zahlen umher, und das oft genug ohne eine besondere Mathematikbegabung.
Die einen, größenwahnsinnig, stemmen Kilogramm und messen Umfänge in Zentimetern, die andren verfahren ähnlich bringen allerdings keine Kilos auf die Waage und ernähren sich von einzeln abgezählten Kilokalorin. Wo da jetzt der große Unterschied sein soll bleibt uns, den Waschbärbauchpflegern ein Rätsel. Selbstverbesserung als Lebenssinn in einer Welt die den metaphorischen Weg die Klempnerrohre runter nimmt – durch die Kloschüssel sind wir vor zehn Jahren schon gerutscht – welch ein nobles Ziel.
Gut, wo die Welt vor die Hunde geht, so könnte man meinen, scheint es angebracht wenigstens sich selbst in Schuss zu halten, aber bitte alles in Maßen.

Natürlich kann man nur dann über Streichholz- und Michelinmännchen Klugscheißern wenn man selber nicht dazugehört, aber tatsächlich ist doch der Mittelweg, so wie er praktiziert wird auch nicht das wahre.
Selbst „normales“ Verhalten beinhaltet oft genug Fragen wie „Kommst du mit, eine rauchen?“ oder „Hast du Stoff am Start?“. Da könnte man fast meinen, dass es bloß Selbstverbesserung und Selbstzerstörung gibt, wobei beides gleichermaßen schädlich bleibt. Man könnte jedes Laster dem wir regelmäßig nachgehen als Sucht darstellen und verabscheuen, aber dafür haben wir doch alle zuviele davon, also schweigen wir und zeigen in Grüppchen mit Zeigefingern auf die anderen Grüppchen und reden von ihrer Selbstzerstörung, der unseren auf scheinheilige Weise unbewusst.
Letztendlich ist alles eine Frage der Befriedigung, was wir dafür brauchen und welchen Grad an Verdrehtheit unsere Persönlichkeit von der Korkenziehergesellschaft die uns umgibt abgekommen hat, und da wir ohnehin von Geburt an auf dem Weg zum Sarg oder zur Urne sind spielt es wahrscheinlich auch keine große Rolle. Wenn es also eh „Endstation six feet under“ heißt, wird es wohl für uns alle am besten sein uns so befriedigt wie möglich zu verabschieden, damit die selbstgestellte Frage „Wie war ich?“ nicht mit „Geht so.“ beantwortet werden kann.

Natürlich bleibt zu berücktsichtigen, dass ein längeres Leben mehr Möglichkeiten zur Selbstbefriedigung bietet als ein kurzes das wöhlmöglich könnte. Damit ist das alles, wie so einiges, eine Frage der Geduld und Murphy.
Murphy´s Gesetz ist wohl auch dafür verantwortlich, dass es immer wieder Menschen gibt, die ihr Leben lang saufen, rauchen und auch sonst alles tun was Spaß und Krebs macht, und trotzdem erst mit hundertzwei sacht im Schlaf entfleuchen. Das gibt uns natürlich fälschlicher Weise ein wenig das Gefühl, als gäbe es eine Chance, dass es uns auch passieren könnte.
Aber Murphy hin oder her, es gibt keinen Rausch ohne Kater und das ist auch gut so. Wo kämen denn sonst hin…

Ich werde mir jetzt die Frage „Bin ich glücklich genug?“ bejahen, weiter meiner Sauerstoffsucht nachgeben und ein paar Würstchen in die Pfanne pfeffern. Später gilt es dann im berauschenden Dampf diverser Putzmittel das Bad zu putzen, es lebe das Leben.

Ich wünsche euch einen lasterhaften Tag.